Feine Bewegungen, gezielt gesetzt, verwoben mit einem Soundteppich, der den Raum in eine kontemplative Schwingung versetzt. In dieser Symbiose interpretieren die beiden Performer:innen das Thema der Ausstellung mit ihren Instrumenten – dem Körper und der Gitarre.
In einer Zeit, da Zahlenreihen, vom Computer errechnet, für die Gestaltung der Gegenwart relevant sind, finden sich nicht nur Künstler:innen auf die Frage zurückgeworfen, welche künstlerischen Blickwinkel eingenommen werden sollten, um unser Menschsein zu bereichern und dadurch kulturell wirksam zu sein.
2020 hat gezeigt, dass einer der ersten Bereiche die Kunst ist, auf die man „verzichten“ kann oder muß, wenn es zur Krise kommt. Je länger diese Krise jedoch andauert, umso mehr scheint es so zu sein: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Dieses Bibelzitat ist auch als Anforderung zu sehen – an die Kunst ebenso wie an uns als Gesellschaft.
Musikalische Gestaltung Petar Rosandić alias Kid Pex, selbsternannter Wiener Tschuschenrapper mit der schärfsten Kapelle des Wiener-Lieds Im Packl, den erprobten Hochklassemusikern von Falco und Goisern Wolfgang Staribacher und Bernhard Rabitsch.
Alpine Kammermusik oder Neue Musik aus den Bergen – in den 1990igern veröffentlichten das stilbildende Tiroler Ensemble fünf Alben und tourte durch Europa, die USA, Mexiko und Japan.
Die Heimat, der Körper, der Tod und das Leben und ihre zur Schau gestellten Riten und Symbole in der öffentlichkeit, fraglos an die nächste Generation weitergegeben, haben über die Jahrhunderte hinweg einerseits für den Schein einer einzig wahren Identität und deren Verleihung an jene, die man als zugehörig anerkennen wollte, um keinen Machtverlust zu riskieren, gesorgt – andererseits für den Ausschluss derer, die tradierte Dogmen in Bezug auf diese existenziellen Themen nicht erfüllen konnten/wollten oder in Frage stellten. Auf der Suche nach dem eigenen wahren Ich taten sich da mitunter bodenlose Abgründe auf – über die Ina Loitzl, Ona B., Josef Wurm und Christian Bazant-Hegemark einen Hochseilakt vollführen – ohne Netz.