Magdalena Frey im Dialog mit Hanna Hollmann und Iris Kohlweiss

Eröffnung am Samstag, 30. Mai 2026, 19:00 Uhr
Zur Ausstellung spricht: Mag. Dr. Alexandra Schantl, Landessammlung Niederösterreich, Sammlungsbereich Kunst nach 1960
Eröffnung: MMag.a Brigitte Winkler-Komar, Leiterin der Abteilung Kunst und Kultur des Amtes der Kärntner Landesregierung
Die KünstlerInnen sind anwesend!
Abb. 1.: Aus der Serie Frauenhaar, 2016, Digitale Collage, Magdalena Frey © Magdalena Frey
Abb. 2.: mullegama 25, 12teilig, c-print auf papier, 180 x 105,5 cm, Hanna Hollmann © Hanna Hollmann
Abb. 3.: Excerpta III / Körperorbit, 2025, Acryl, Pastell und Ölkreide auf Leinwand
180 x 145 cm, Iris Kohlweiss © Iris Kohlweiss
Magdalena Frey

In ihrer fotografischen und filmischen Arbeit beschäftigt sich Magdalena Frey mit den vielfältigen Erfahrungen von Menschen, meist von Frauen. Sie richtet den Blick auf Themen, die oft im Verborgenen bleiben: Scham, Schuld, Körperlichkeit, Geburt, Religion und Alltag. Ebenfalls entstehen Porträts von Menschen, die ihr Interesse wecken oder sie faszinieren. Digitale Montage setzt sie als künstlerisches Mittel ein, um Zusammenhänge neu zu arrangieren und vertraute Perspektiven aufzubrechen.
Frey zeigt den menschlichen Körper und individuelle Geschichten direkt, ohne Voyeurismus und hinterfragt gesellschaftliche Normen und Erwartungen. Durch das Zusammenspiel von Intimität, Erinnerung und Bildbearbeitung gelingt es ihr, neue Räume zwischen Erlebtem, Vorstellung und sozialer Konvention spürbar zu machen. Die Ausstellung lädt dazu ein, über Identität, Körperlichkeit und die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem nachzudenken – ein Blick auf das Menschliche, offen, vielschichtig und bewegend.
Hanna Hollmann

„Meine Generation der Altaktionisten ist stolz darauf, eine junge Künstlerin wie sie mitbeeinflusst zu haben. Hollmanns Heimat ist die Erotik der Jahrhundertwende, die durchaus einen Bezug mit der atonalen Klangwelt von Schönbergs Wiener Schule hat. Ihre expressiven Zeichnungen sind durch hohes ästhetisches Können, durch die Form ausgestattet. Sie macht aus der Beschmutzungswut der Informellen ein heiliges Beflecken.“1 Auszug aus Hermann Nitsch, 2021.
„Es ist ein suchender Strich, der sich seinen Weg seismografisch über das Papier bahnt und von einem achtsamen Blick und einer sicheren Hand geleitet wird. Fragmentarische Formen treffen auf abstrakte Zeichensetzungen, bewusst gewählte Andeutungen auf autonome Strichbündel. Die Linien überlagern sich, werden erweitert, übermalt, ausgelöscht, neu gesetzt und bleiben gleich einem Palimpsest als Spuren eines komplexen Entstehungsprozesses sichtbar.“
„Ein bestimmtes Motiv ist Ausgangspunkt für ein Gedankenspiel mit seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen zwischen Erscheinen und Verbergen, Manifestation und Entschwinden.“2 Auszüge aus Roman Grabner, 2022.
Iris Kohlweiss

180 x 145 cm, Iris Kohlweiss © Iris Kohlweiss
Iris Kohlweiss erforscht Wahrnehmung als körperlich-räumlichen Prozess und fragt, wie sie unsere Wirklichkeit prägt. Ihre Zeichnungen und Malereien entstehen aus Schichtungen von Linie und Farbe: Verdichtungen, Transparenzen und feine Verschiebungen, aus denen sich die Form allmählich herausbildet. Die Formen werden nicht vorab konstruiert, sondern bilden sich im Arbeiten heraus und entwickeln ein ungewöhnliches, organisch-geometrisches Vokabular. Die Werke öffnen ein Erfahrungsfeld, in dem Innen und Außen, Körper und Umraum, Aufmerksamkeit und Erinnerung in Beziehung treten.
Kunsthistorisch, so hat es Roman Grabner formuliert, lässt sich diese Bildsprache als Verdichtung zwischen Maria Lassnigs Körpergefühl und Hilma af Klints Visualisierungen einer geistigen Dimension lesen. Dabei geht es nicht um Darstellung, sondern um die Erfahrung von Wahrnehmung: „Kohlweiss verdichtet nicht nur unterschiedliche Wahrnehmungsebenen zu einem Bild, sondern macht den Prozess der Wahrnehmung per se zum Thema.“ (Roman Grabner, 2025)
Ihre Werke entstehen aus einem inneren Spüren. Zentral ist dabei der Körper als sensitives Medium. Er registriert Atmosphären, feine Verschiebungen, Spuren, lange bevor sie sich in Sprache fassen lassen. So wird Form zum Träger dessen, was nicht sofort sichtbar, aber deutlich fühlbar ist.
1 Hanna Hollmann, Not finished yet, Publikation zur Ausstellung, Hermann Nitsch, Prinzendorf, im Dezember 2021
2 Ebenda, Vorwort Roman Grabner
Eröffnung am Samstag, 30. Mai 2026, 19:00 Uhr
Zur Ausstellung spricht: Mag. Dr. Alexandra Schantl, Landessammlung Niederösterreich, Sammlungsbereich Kunst nach 1960
Eröffnung: MMag.a Brigitte Winkler-Komar, Leiterin der Abteilung Kunst und Kultur des Amtes der Kärntner Landesregierung
Die KünstlerInnen sind anwesend!
Bitte um telefonische Voranmeldung unter 0676 /70 22 675
