Programm 2019

Ausstellung Bildender Kunst

"Alles fließt – Glaube"


Franz Reinthaler und Erhard Osinger

Zur Ausstellung
"Die Veränderung, die der Glaube heute erfährt, ist nicht sosehr ein Veränderung des Glaubensinhalts," schreibt die Philosophin Isolde Charim ¹) "...sondern vielmehr eine Veränderung der Form, der Art, wie wir heute glauben...
Naiv, also direkt und selbstverständlich, kann nicht mehr geglaubt werden!" Selbst der Glaube steht in Konkurrenz zu anderen Glaubensrichtungen beziehungsweise der atheistischen oder agnostischen Haltung.
Er wird nicht mehr "automatisch" von Generation zu Generation weitergegeben sondern bedarf einer autonomen Entscheidung des Subjekts für oder gegen den/einen bestimmten Glauben.
¹) Ich und die Anderen – Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert; Isolde Charim; Verlag Zsolnay, 2018

Die Ausstellung Alles fließt – Glaube widmet sich dem Werk des 1969 verstorbenen Kameringer Pfarrers Franz Reinthaler, bei dem der Schriftsteller Josef Winkler sein so genanntes "Erzministrantentum" erlebte.
Das unhinterfragbare und damit stumme "Hineingeborensein" Winklers in das Kameringer Kirchenjahr endete mit dem Selbstmord zweier junger Knaben im Dachboden des Pfarrhofstadels von Kamering.
In zweiter Position werden Werke des Kameringer Künstlers Erhard Osinger gezeigt. Seine Sicht auf Kamering lässt allein schon durch die Technik der Dreifarbradierung,
mit der er die heimatliche Landschaft Kamering darstellt, Risse in der Scholle vermuten, in die über Generationen hinweg jene Zweifel hinein geackert wurden
– Zweifel daran, dass es nur diese eine volle Identität, wie sie vor Ort im Tal gelebt und tradiert wurde, geben darf.

Franz Reinthaler
1901: geboren in Oberösterreich; 1922: Matura am Gymnasium der Franziskaner, Hall/Tirol;
1922 – 1926: Eintritt in den Franziskanerorden, Studien der Theologie in Salzburg und Schwaz/Tirol; 1925: Priesterweihe in Brixen;
1928/29: Besuch der Kunstgewerbeschule in Wien, Zeichnen und plastisches Naturstudium bei Viktor Schufinsky (1876 – 1947), Ornamentale Schrift und Heraldik bei Rudolf Larisch (1856 – 1934);
1929: Zeichenprofessor am Gymnasium der Franziskaner, Hall/Tirol;
1929 – 1936: Abendkurse an der Akademie der Bildenden Künste München, Arbeit für Verlag "Ars sacra";
1939/40: Künstlerische Arbeit für den Petersdom in Rom;
ab 1940: Pfarradministrator in Kamering und Stockenboi, Kärnten; 1969: stirbt in Klagenfurt


Erhard Osinger
1940 in Kamering (Kärnten) geboren, wo er auch heute noch lebt und als freischaffender Künstler arbeitet;
seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit den verschiedenen Techniken des Linol- und Holzschnittes,
daneben diversen Drucktechniken wie Kaltnadelradierung und Aquatinta sowie der Pastellmalerei auf selbst geschöpftem Papier,
die ihn in und um Kärnten als Künstler bekannt machte; vor einigen Jahren kam die Kinderbuchillustration dazu;
2017 erlernte Osinger im Rahmen einer Reise nach China die Technik des chinesischen Scherenschnitts, die ihn seither sehr inspiriert.


Termine
Eröffnung am Samstag, 4. Mai 2019, 19.00 Uhr



Musikalische Gestaltung: Anton Reinthaler, Neffe von Franz Reinthaler, war bis 2003 Domkapellmeister am Linzer Mariendom,
wirkt heute als Komponist, Chorleiter und Herausgeber von vor allem geistlicher Chormusik im eigenen Verlag.

Ausstellung geöffnet von Sonntag, 5. Mai bis Samstag, 13. Juli 2019
Freitag bis Sonntag von 16.00 bis 19.00 Uhr
Nach Voranmeldung von Schulklassen wird auch vormittags geöffnet!

Preise Ausstellung
Eintritt: 3.- €/ Kinder/SchülerInnen – 18: gratis
Führung: 2.- €/ Kinder/SchülerInnen – 18: gratis


Grünspan-Programm 2019